Chronik
Verbandsgeschichte und Chronik des DWZRV
Die Romanows - Wer sie waren, wo sie lebten und etwas Barsoi
Meine private Chronik (barsoi.de - Sabine Skibitzki)
Die Verbandsgeschichte des DWZRV
Einleitung
Nachdem 1992 der DWZRV seinen 100. Geburtstag feierte, steht für uns eigentlich die Frage, wie alles begann.
In den 100 Jahren des Bestehens ist so manches Wort über Wirken und Erfolg des Verbandes wie auch über Fehlschläge seiner Ziele gesagt und geschrieben worden. Uns allen ist die Geschichte nach der Loslösung aus dem DWZRV und die eigene im politischen Rahmen der DDR in bester Erinnerung.
Zuerst unter dem Namen „Club der Windhundliebhaber der DDR“ und später als „Spezialzuchtgemeinschaft der Wind- und Rassehunde“ (SZG) im „Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter“ (VKSK) haben wir mit unseren Windhunden auch nicht wenig Erfolge erzielt.
Doch die rein geschichtliche und chronologische Erfassung des Werdegangs des DWZRV und der Nachweis seiner lückenloser Kontinuität von 1892 bis zur DDR-Vereinsbildung, zumal es auch hier (im DWZRV und seinen Ursprungsvereinen) zwischenzeitlich Abspaltungen und dann wieder Fusionen und sogar in ältester Zeit verschiedenen Zuchtbücher gab, ist vielen von uns wenig bekannt.
Diese Lücke möchte ich mit einer Zusammenstellung schließen.
Es ist anzunehmen, dass der DWZRV mit einem der ältesten Rassehundeverbänden Deutschlands gehört. Erst in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts kamen allmählich nach dem Muster Englands auch in Deutschland besondere Rassehundeausstellungen auf. Die erste fand im Jahre 1863 in Hamburg statt, die zweite erst 15 Jahre später. Ihnen dann im Gefolge begann nach und nach der Zusammenschluss gleichgesinnter Freunde einer Hunderasse zu einem Club oder Verband.
Am 24. April 1892 wurde auch der Deutsche Windhundverband, anfänglich unter der Bezeichnung „Barzoi-Club zu Berlin“ gegründet.
Wie sah es nun in den Jahren vor der Verbandgründung mit den Windhunden in Deutschland aus und wie kam es überhaupt zur Gründung eines Windhundverbandes?
Die Jahre vor der Gründung
Genaueres über die Windhunde in jener Zeit in Deutschland ist nicht belegt und von den systematischen Züchtern mit Windhunden in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts wissen wir recht wenig. Ab und zu steht einmal eine Notiz über Windhunde in einer Jagdzeitschrift. Doch auch diese wenigen Zeilen geben schon einen interessanten Einblick über Vorkommen, Haltung und Verwendungszweck der Windhunde in Deutschland. Die beiden Rassen, die damals eine schon bedeutendere Rolle spielten, der große glatthaarige Windhund (Greyhound) und der glatthaarige Zwergwindhund (Windspiel) sollen hier aus Gründen der Vollständigkeit erwähnt werden.
Von anderen Windhundrassen erfahren wir wenig. Erst Anfang der neunziger Jahre tritt eine dritte Rasse in Deutschland, der russchische Barsoi, vermehrt in Erscheinung. Er gehörte zur Gruppe der Luxushunde und wurde als solcher auch auf den seit einigen Jahrzehnten aufkommenden Hundeausstellungen so gewertet. Für uns Barsoi-Freunde wurden besonders die Ausstellungen von 1890 und 1892 von ganz entscheidender Bedeutung. Die erstere fand im Mai in Berlin-Charlottenburg unter aufgestellten Zelten statt. Mit 1269 teilnehmenden Rassehunden war sie die bisher größte der damaligen Zeit. Unter ihnen waren 15 Barsois und auch diese Zahl war eine Überraschung.
In den 1860er Jahren hatte der russische Zar dem Prinzen Karl von Preußen mehrere Barsois aus seiner Zucht geschenkt, mit denen der deutsche Prinz auch züchtete. In der Folgezeit kam ein Teil dieser Hunde in die Hände anderer Liebhaber und Züchter. Aber sowohl die Barsois des Prinzen als auch die der anderen Züchter sollen von minderer Qualität gewesen sein. Fakt ist, dass man damals gegenüber den Barsois den deutschen Greyhound als gut und auch als hervorragend gerühmt hat. So wurde es zur Ausstellung 1890 fast zur Sensation, als sich unter den 15 ausgestellten Barsois drei befanden, die sich durch …“Kopf, Adel in Haltung und Gangwerk, Schönheit äußerer Formen und ein besonders seidiges Wellhaar“… von den übrigen meilenweit abhoben. Diese drei Barsois gehörten den beiden Russen Blees und Knorr, die mit ihnen auch Moskau zur Berliner Ausstellung angereist waren. Es war der Rüde Nagraschdaij I und die Hündinnen Nagradka und Krasotka. Mit weitem Abstand lagen sie auf dieser Ausstellung bei der Bewertung an der Spitze.
Ein Liebhaber, der Fabrikant Max Hartenstein aus Plauen (Zwinger „Plavia“), der mehrere Hunderassen, darunter auch Doggen, züchtete, konnte die drei genannten Moskauer Barsois von ihren Besitzern gegen eine unbekannt gebliebene, aber, wie es hieß, enorm hohe Summe Goldmark erwerben. Das zuchtmäßig Bedeutsame bei diesen Barsois war, dass ihre Abstammung in 5 und 6 Ahnen-Generationen bekannt und in amtlichen Abstammungspapieren festgeschrieben war. Leider hatte Max Hartenstein wenig Glück mit seinen Importen. Die Hündin Krasotka ging kurz danach ein und eine Seuche in seinem Zwinger zwang ihn, auch die beiden anderen Barsois schnellstens in andere Hände zu geben. So kam der Rüde Nagraschdaij I und die teilweise blutsfremde Hündin Nagradka noch im gleichen Jahr 1890 nach Euskirchen, in den Zwinger des Fabrikanten Albert Latz. Bei ihm, der Teckel und Doggen züchtete, wurden die beiden importierten Barsois der Grundstock einer nun einsetzenden planmäßigen guten deutschen Barsoizucht. Diese beiden Barsois dürfen wir demnach als die ältesten und ersten Urahnen einer auf der Überlegung Bluts- und vererbungsmäßiger Grundlage beruhenden Zucht ansehen. Von dieser Zeit an datiert bei uns die schriftliche Festlegung der Eltern und Ahnen bei jedem Windhundwurf, die später im Deutschen Windhundzuchtbuch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.
Übrigens war Albert Latz auch der erste vom später gegründeten Barsoi-Club anerkannte Spezialrichter für Barsois.
Die Gründung des Deutschen Windhundverbandes
Auf der im Jahre 1892 (wiederum in Berlin) abgehaltenen internationalen Ausstellung mit 1321 teilnehmenden Rassehunden war der bereits genannte Rüde Nagraschdaij I der mit Abstand beste Barsoi. In diesen Tagen waren auch die beiden russischen Händler Blees und Knorr abermals mit einem Transport russischer Barsois unterwegs von Moskau nach London. Sie machten zwar in Berlin Station, nahmen aber an der Ausstellung nicht teil. Sie benutzten jedoch die Gelegenheit, einige ihrer Barsois auf der am 22. April 1892 in Berlin stattgefundene Jahreshauptversammlung des Deutschen Doggen-Clubs vorzuführen, wo sie die früheren Freunde Max Hartmann und Albert Latz trafen.
Die Hunde, die sie vorführten, waren der als erstklassig und Ideal eines Barsois gerühmte Rüde Lebed III, weiterhin der Rüde Golub und die sehr feine, schneeweiße Hündin Wjuga. Blees und Knorr luden interessierte Freunde zu einer Besichtigung ihres gesamten Transportes für den Sonntag, den 24. April 1892, nach Charlottenburg ein.
Dieser Sonntag wurde ein Schicksalstag, der Tag der Gründung des Barsoi-Club zu Berlin, des Kernes unseres heutigen Deutschen Windhundzucht- und Rennverbandes. Die Barsois beeindruckten die der Einladung gefolgten Herren derart, dass man noch am gleichen Tage beschoss, zur Förderung der Rasse einen Windhundclub zu gründen, der unter dem Namen „Barzoi-Club zu Berlin“ aus der Taufe gehoben wurde.
Was geschah an jenem denkwürdigen Tage noch?
Max Hartenstein versuchte vergeblich den Barsoi Rüden Lebed III zu erwerben. Selbst das enorm hohe Gebot von 2.000,- Mark lehnten die Händler ab. Der Rüde Golub wurde später in London an die Herzogin von Newcastle verkauft und nur die schneeweiße Wjuga blieb, von Lebed III gedeckt, nach glücklicher Verhandlung in Deutschland. Sie hat einen guten Anteil am Aufbau der deutschen Barsoizucht.
Knorr überließ Friedrich Pietshker (Bankier und 1. Vorsitzender de neugegründeten Clubs) für den Beginn seiner Zucht die von Bogdanoff (Moskau) gezüchtete Hündin Nagla (DWZB Nr. 12).
Blees stiftete dem neuen Club ein eigentlich für England bestimmtes Gipsmodell eines russischen Ideal-Barsois.
Beide Händler, Blees und Knorr, wurden Mitglieder des Clubs.
Damit stand dieses Werk, zwar ein kleiner Anfang, doch in den Händen begeisterter Barsoifreunde.
Ende 1892 zählte der Club 19 Mitglieder. Ende 1893 waren es 32 und 1894 stieg die Zahl auf 56. Aber erst 1907, das waren 15 Jahre nach der Gründung, wurde das erste Hundert der Mitgliederzahl überschritten.
An den damaligen Ausstellungen nahmen stets viele Barsois teil, so waren es 1893 in München 38 Barsois und in Darmstadt 1894 zählte man 34 Barsois. Auf den beiden Ausstellungen richtete Albert Latz. In der Zeit von 1907 bis 1914 sind 50 und mehr Barsois fast die Regel auf den deutschen Ausstellungen. Den Rekord verbucht die Ausstellung 1913 in Berlin mit 71 Barsois.
Zwischenzeitlich hatte der Berliner Barsoi-Club von 1892 bereits den ersten Niederschlag hinnehmen müssen. Eine Konkurrenz war ihnen durch die Absplitterung einiger Mitglieder 1903 erwachsen. Diese gründeten den „Verband der Barsoi-Liebhaber“.
So betrüblich dies für den Berliner Barsoi-Club gewesen sein mag, es wurde für das allgemeine deutsche Windhund geschehen ein erfreulicher Neubeginn, als dieser Verband der Barsoi-Liebhaber im Jahre 1909 seine Interessen und Bestrebungen auf sämtliche Windhund-Rassen ausdehnte, sich nun „Verband der Windhund-Liebhaber“ nannte und sich schließlich im Jahre 1915 mit dem alten Deutschen Barsoi-Club von 1892 zum „Deutschen Windhund-Klub 1892“ vereinte.
Chronik der Verbandsentwicklung
- 1892 - 24.04. Gründung des „Barzoi-Clubs zu Berlin“, der sich 1903 in „Barsoi-Club, Sitz Berlin“ und 1908 in „Deutscher Barsoi-Club“ umbenannte
- 1903 - 01.02. entsteht durch Abspaltung einiger Unzufriedener ein Konkurrenzverband der „Verband der Barsoi-Liebhaber“. Auf seiner Generalversammlung am 21.11.1909 beschließt er die Umbenennung in „Verband der Windhund-Liebhaber“ und damit die Ausweitung seiner Interessen auf sämtliche Windhund-Rassen.
- 1906 - Machte Dr. Wegener seine erste Rußlandreise und besichtigte die Zwinger des Großfürsten in Perchino. Von dieser Zeit an wurde der Perchino-Typ das Idealbild eines Barsois für die Züchter in Deutschland und anderen Ländern. Von seiner 2. Rußlandreise 1913 brachte Dr. Wegener mehrere Barsois aus Perchino nach Deutschland – sein unumstrittener Verdienst für die kontinentale und amerikanische Zucht. Wir Barsoi-Leute wissen alle bestens darum!
Dieser Import ist aus heutiger Sicht umso höher einzuschätzen, da nach 1917 Russland für die Zukunft als Importland ausfiel. - 1906 - Sind in Deutschland (Köln und Straßburg) erste Windhundrennen verbürgt, die nicht als jagdliche Hetze auf Lebendwild, sondern sportliche Schnelligkeitskonkurrenz gezogen wurden.
- 1907 - Im Mai erschien die erste Nummer der „Klubzeitung für Barsoifreunde“, ein monatlich erscheinendes Organ des Deutschen Barsoi-Clubs.
Seit 1910 gab auch der Verband der Windhund-Liebhaber die „Monatsblätter für Windhundfreunde“ heraus.
Diese monatlichen Ausgaben wurden immer beibehalten, auch wenn sich die Strukturen und Namen der Zeitungen und Zeitschriften hierfür mehrmals änderten. - 1909 - Ein denkwürdiges und wichtiges Jahr. Es hatte sich im Jahre 1903 unter dem Namen „Verband der Barsoi-Liebhaber“ ein Konkurrenzunternehmen zum alten Berliner Barsoi-Club gebildet, so dass jetzt zwei Windhundorganisationen existierten, die beide aber einseitig unter den Windhunden nur den Barsoi protegierten und propagierten. In dem neugebildeten Verband der Barsoi-Liebhaber trat nun im Jahre 1908 der Stabsarzt, später Generaloberarzt Dr. Wegener aus Chemnitz als Mitglied ein, der bis dahin Zuchtbuchführer des alten Barsoi-Clubs war. Auf seine und andere Mitglieder Initiative hin dehnte der Verband der Barsoi-Liebhaber auf seiner außerordentlichen Generalversammlung am 21. November 1909 seine Interessen und Bestrebungen auf sämtliche Windhund-Rassen aus und änderte seinen Namen wie bereits erwähnt (1903). Dass diese Ausweitung der Interessen des „Verbandes der Windhund-Liebhaber“
auf die Windhund-Glatthaarrassen auch der sportlichen Seite einen gewaltigen Aufrieb brachte, ist wohl sehr gut nachvollziehbar. Sicher gab es schon seit Jahren Windhundrennen, meist allerdings nur mit Barsois. Aber es gab auch genügend fanatische Gegner von Windhundrennen in beiden Windhundverbänden.
Von den Jahren 1909/10 ab, als die geborenen Renner Greyhound und Whippet vermehrt auf die Rennbahnen drängten, konnte man hier einen nicht geahnten Aufschwung verzeichnen. So wird die Erweiterung des Interessengebietes auf alle Windhund-Rassen und die Rennsportbewegung im Jahre 1909 als wichtigster Meilenstein in der Geschichte des Verbandes angesehen. - 1910 - Übergab der Verband der Windhund-Liebhaber das erste gedruckte „Deutsche Windhundzuchtbuch“ der Öffentlichkeit. Es enthielt Geburtsdaten und Abstammungsnachweise von Barsois, Greyhounds, Whippets und Windspielen, bezeichnet als Band I.
Im Jahre 1913 gab der Deutsche Barsoi-Club ebenfalls sein erstes „Deutsches Barsoizuchbuch Bd. I“ heraus, welches getreu den Clubinteressen nur Barsois enthielt.
1910 gab der Verband der Windhund-Liebhaber die erste deutsche Rennordnung heraus und machte sich damit für die Zukunft zum Organisator und Kontrollorgan für Windhundrennen in Deutschland. Auch der Deutsche Barsoi-Club, in den ersten 15 Jahren seines Bestehens strikter Gegner von Windhundrennen, veröffentlicht 1913 eine Rennordnung, wonach außer den Barsois auch andere Windhund-Rassen zu Rennen zugelassen waren. - 1912 - Startet der Verband der Windhund-Liebhaber das erste Windhund-Derby in Deutschland. Es wurde bis heute eine ständige Einrichtung im deutschen Windhund-Rennwesen.
Man sollte sich auch einmal einige Namen ansehen, die in der Zeit nach 1910 die Geschicke der Windhundfreunde in ihren Händen hatten.
Verband der Windhund-Liebhaber - Deutscher Barsoi-Club
1. Vorsitzender: Dr. A. Wegener, Chemnitz - Dr. Erb. Zergau b. Glogau
2. Vorsitzender: Eugen Will, Kesselstadt-Hanau - Erich Zeiß, Berlin
Schriftführer: J. Gulde, Stuttgart - R. Kallmeyer, Berlin
Kassenwart: H. Jentzen, Gießen - W.F. Zindel, Berlin
Zuchtbuchführer: Dr. A. Wegener Chemnitz - A. Hilpert, Charlottenburg
Windhundzucht-Richter: A. Latz, Prof. Dr. Meyer, Dr. Erb. Von Otto, E. Zeiß, E. von Otto, D. von Waltzoff, Dr. Wegener, D. von Waltzoff, Dr. Wegener, Joh. Rickmeyer, A. Latz, W. Isken, E. Zeiß, M. Mispelbaum - 1915 - Kann es auf Grund der schon 1911 geführten Einigungsverhandlungen endlich zum Zusammenschluss des Deutschen Barsoi-Clubs 1892 mit dem Verband der Windhund-Liebhaber 1903/1909 zum „Deutschen Windhund-Klub 1892“.
- 1920-1930-
In dieser Zeit begann eine starke Aufwärtsentwicklung in der Zucht und im Rennwesen. Durch die Gründungen zahlreicher Rennvereine und durch organisatorische Neuordnungen innerhalb des Deutschen Windhundeklubs in Landes- und Ortsgruppen, was in wesentlichen im Jahre 1930 abgeschlossen war.
Die Stellung der Ortsgruppen war schon etwas eigenartig. Sie sollten (1927 au Antrag von Dr. Erb), die bis dahin selbstständigen Rennvereine innerhalb der Landesverbände in ihrer Funktion übernehmen. Eine Mitgliedschaft zum DWK war für die Mitglieder der Ortsgruppen unbedingte Voraussetzung. Der Antrag wurde zwar angenommen, aber in den 30er Jahren erscheint wieder der alte Name „Rennverein“ statt „Ortsgruppe“.
Aus den Unterlagen dieser Zeit entnehme ich folgende Namen für den Vorstand des Deutschen Windhundklubs 1930:
1. Vorsitzender: Generaloberarzt Dr. Wegener, Chemnitz (er starb noch 1930)
2. Vorsitzender: Direktor Wilhelm Müller, Berlin
Schriftführer: Zeitungsverleger Friedrich Viktor, Berlin-Charlottenburg
Schatzmeister: Direktor Dr. Ernst Durst, Berlin
Sportwart: Paul Schumacher, Köln-Sülz
Geschäftsführendes Hauptzuchtbuchamt für alle Windhunde: Joh. Rickmeyer, Nürnberg
Die Nennung aller Landesgruppen würde hier zu weit führen und ich möchte mich auf jene (mit ihren Vorsitzenden) beschränken, die sich 1930 in unserem Raum befanden:
Landesgruppe Provinz Sachsen-Thüringen: Rudolph Jöck, Apolda
Landesgruppe Berlin-Brandenburg: Major Herrschel
Landesgruppe Sachsen; Dr. Wegener, Chemnitz
1. Rennverein Leipzig: Dr. med. R. Burckas, Leipzig
2. Rennverein Dresden: Fritz Seidel, Dresden
Die Gründung der ersten Rennvereine in Düsseldorf und Köln geht auf das Jahr 1921 zurück. Von dieser Zeit an begann eine rege rennsportliche Betätigung. 1927 fanden erstmalig Länderkämpfe zwischen der Schweiz und Deutschland statt. Das erste in Salzschlirf wurde von Deutschland gewonnen und das zweite in Basel sah die Schweiz als Sieger. - 1928 berief man eine Technische Kommission, deren Funktion heute die Rennkommission inne hat.
- 1925 trat der Deutsche Windhundklub der UICL (der Union Internaionale des Clubs de Lévriers) bei.
- 1926 spaltete sich überraschenderweise eine umfangreiche Mitgliedergruppe, besonders aus dem Rheinland und Westfalen von Deutschen Windhundklub ab und konstituierte sich unter dem Namen:
„Deutscher Verband der Windhundliebhaber für Zucht- und Rennsport“
Persönliche und vor allem rennsportlichen Belange führten zu diesem Schritt. Dass die Trennung nicht radikal war, entnimmt man folgenden Tatsachen:
1. Es gab kein eigenes Zuchtbuch. Alle Wurfeintragungen wurden dem alten Klub gemeldet, der sie in seinem Zuchtbuch weiterhin veröffentlichte.
2. Man beteiligte sich auf recht freundschaftlicher Basis an den Rennen des Klubs. - 1928 Machte die Landesgruppe Rheinland des DWK den Versuch, den Rennbetrieb mit einer Endlosanlage zu beleben und neu zu gestalten. Diese Anlagen hatten sich schon 2 Jahre in England bewährt. Der deutsche Versuch scheiterte jedoch an der Kostenfrage.
- 1931 vereinigte sich nach langem Bemühen, besonders des 2. Vorsitzenden des DWK, Direktor Wilhelm Müller, die im Jahre 1926 abgespaltene rheinische Gruppe wieder mit dem Deutschen Winkhundklub. Der Name wurde ergänzt in:
„Allgemeiner Deutscher Windhundklub e.V. gegr. 1892“ (im Kartell für Hundewesen). Der neugebildete Vorstand bestand aus:
1. Vorsitzender: Dir. Wilhelm Müller, Berlin
2. Vorsitzender: Dir. J. von Trümbach, Düsseldorf-Oberkassel
Zuchtbuchführer: Johannes Rickmeyer, Nürnberg
Sportsekretär: Paul Schumacher, Köln-Sülz
Schriftführer: Emil Balke, Duisburg
Schatzmeister: W. Guttmann, Berlin
Juristischer Beirat: Dir. Dr. Ernst Durst, Berlin
Aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung zu Berlin 1931:
..“Der Mitgliedsbeitrag beträgt wie bisher 30,- RM für Hauptmitglieder und 10,- RM für Anschlussmitglieder. Der Kopfbeitrag von 5,- RM für die Landesgruppen soll bestehen bleiben“… - 1935 -
Die dreißiger Jahre waren, besonders für unsere Barsois, eine zuchtmäßig glanzvolle Zeit.
Verwaltungsmäßig gab es nach der „politischen Gleichschaltung“ jener Jahre auch im Verband allerlei Wandlungen. Der eigenständige Name „Klub“ oder „ Verband“ wurde degradiert zur „Fachschaft“. Der Vorsitzende wurde Fachschaftsvorsteher oder Obmann. Der Name des Klubs wechselte von „Fachschaft für Hetzhunde im RHD“ zu „Fachschaft für Windhundliebhaber e.V. im Reichsverband für das Hundewesen“. Der Höhepunkt im deutschen Windhundgeschehen war unstreitig die in diesem Jahre von der FCI in Frankfurt/M. veranstaltete Welthundeausstellung und das der UICL gleichzeitig dort gestartete Windhundrennen. - 1936 - In diesem Jahr wurde die „Fachschaft für Windhundliebhaber“ von den politischen Behörden gezwungen, aus der UICL auszutreten.
- 1936-1945 - Unheil und Chaos brachen über Deutschland herein, wovon nicht nur die sportlichen Aktivitäten, von dem auch der Zucht und der Verband nicht ausgeklammert wurden.
- 1941 versuchte man, den Rassehundeverbänden die Führung und Herausgabe eines eigenen Zuchtbuches zu nehmen und dafür ein zentrales „Reichssammelzuchtbuch“ zu schaffen. Dieses Vorhaben ist erfreulicher Weise nicht realisiert worden. Doch die deutschen Windhundbestände sind arg dezimiert worden, einzelne Zuchten wurden vollständig vernichtet. Es war die Zeit der Bomben über Deutschland, der durchwachten Nächte in Kellern und Bunkern, der Entbehrungen und Not für Mensch und Tier. Daher sah sich der Zuchtbuchführer Wilhelm Müller gezwungen, im Jahre 1944 eine vollständige Zuchtsperre für Windhunde auszusprechen.
- 1945-1950 -
Die Neubelebung des Verbandes nach dem gerade beendeten Weltkrieg war alles andere als einfach. Schwierigkeiten und auch wieder Gegenströmungen machten den Anlauf schwer. Verständlicherweise gab es weder von drinnen noch von draußen Unterstützung in irgendeiner Form. Die Dachorganisation, der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) hatte mit eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Grenzen zum Ausland waren undurchlässig für uns. Es bildete sich ein „Verein Westdeutscher Windhundfreunde“, doch vom Klub nicht anerkannt und abgelehnt, zerfiel er sehr schnell wieder. Der Deutsche Windhundklub bzw. die Fachschaft für Windhundliebhaber wurde in „Club der Windhundliebhaber gegr. 1892“ umbenannt. Alte, schon vor Jahrzehnten versuchte und gescheiterte Pläne zu einem Missbrauch von Windhundrennen für geschäftliche Zwecke tauchten wieder auf. Sie scheiterten jedoch an dem Festhalten alter Traditionen und der Selbstständigkeit der alten Rennvereine. Die Konsolidierung alter und neuer Rennvereine brauchte seine Zeit und teilweise Kampf, der um 1950 im Wesentlichen abgeschlossen war. Das Totalisator-Bemühen war und bleib ein Griff ins Leere und stand nie wieder auf der Tagesordnung.
1949 war es die Schweiz, die als erstes Ausland wieder ihre sportlichen Beziehungen zu den deutschen Windhundfreunden anknüpfte. Auf der UICL-Tagung stellte die Schweiz in diesem Jahr in Bern den Antrag auf Wiederzulassung Deutschlands in die UICL, die 1950 genehmigt wurde, als Weihnachten d.J. der VDH Mitglied der FCI wurde. - 1951 -
Dr. Bergmann wird Präsident des VDH
Beschluss der JHV: Änderung des Namens des „Clubs der Windhundliebhaber“ in
„Deutscher Windhundzucht- und Rennverband e.V. 1892“.
Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender: Dr. Bergmann, Berlin
Geschäftsführender Vorsitzender: Konrad Reime, Kassel
Zuchtbuchführer: Emil Balke, Duisburg
Rennsekretär u. Schriftleiter: H.E. Regenstein, Hamburg - 1952 - In Duisburg wird mit einem Festbankett das 60jährige Bestehen des Verbandes gefeiert. Zum Jubiläums-Windhundderby (50 Jahre) starten 156 Hunde und die Post gibt diesem Anlass einen Sonderstempel heraus.
- 1955 - Zum ersten Mal wird ein UICL-(Europa) Rennen in Deutschland durchgeführt. Im Mai starb Direktor Wilhelm Müller, einer der Erfahrensten und Engagiertesten in der deutschen Windhundzucht und ein Experte in Wort und Schrift über unsere Windhundrassen. Uns Barsoi-Leuten ist wohl noch heute seine Abhandlung „Was ist Typ?“ in allerbester Erinnerung. Er war Ehrenvorsitzender des Deutschen Windhundverbandes.
- 1956 -
Im Mai Welthundeausstellung und Weltkongress-Windhundrennen in Dortmund. Zur Ausstellung waren ca. 4100 Hunde gemeldet, davon 200 Windhunde. Uns allen ist der damalige Weltsieger bei den Barsoi-Rüden in bester Erinnerung:
Xakor Wergei.
Es gab neue Satzungen und neue Zuchtbestimmungen. - 1957 - Eine neue deutsche Rennordnung wird durch den Vorsitzenden der Rennkommission herausgegeben.
- 1958 - JHV in Berlin. Die Rennkommission der UICL wird geschaffen und ein internationales Rennregelment wird erarbeitet.
- 1959 - JHV in Wiesbaden. Beschlussfassung: vor einer Zucht muss sich der Züchter mit dem zuständigen ZW über die evtl. Paarung ins Benehmen setzen, ansonsten ist die Welpeneintragung nur mit der Sondergenehmigung des Zuchtleiters möglich. Im Windhundrennsport: erstmalig ein Länderkampf Deutschland-Holland.
- 1961 -
Schon in den ersten Jahren nach dem Krieg begann mit der politischen Trennung zwischen West und Ost auch die allmähliche Loslösung der Windhundfreunde aus dem Osten Deutschlands. Die Mitglieder in der damaligen Ostzone und späteren DDR blieben zwar zunächst Verwaltung- und zuchtbuchmäßig mit dem westdeutschen „Club der Windhundliebhaber“ vereinigt, aber 1951 mussten sie auf Anordnung von staatlich geführter Seite aus dem Club ausscheiden.
Bis zum 13. August 1961 bleibt jedoch immer noch eine ausstellungsmäßig und rennsportlich gute Verbindung bestehen. Auch sämtliche Windhundwürfe wurden ohne Unterschied und in fortlaufender Nummerierung in das Deutsche Windhundzuchtbuch eingetragen und die Zwingernamen registriert. Hier schließt sich nun der Ring und wie zu Beginn erwähnt, schlossen sich die Windhundfreunde der DDR unter dem Namen „Club der Windhundliebhaber der DDR“ zusammen mit den organisatorischen Änderungen und Gründungen der Spezialzuchtgemeinschaften unter einem Dach des VKSK, änderten sie den Namen in „SZG Wind- und Rennhunde im VKSK“(Spezialzuchtgemeinschaft Wind- und Rennhunde im Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter).
Fast 40 Jahre dauerte dieser Alleingang. Mit viel Weitsicht und Gründlichkeit wurde die Zucht auf sehr schmaler Basis, bis 1989 die Mauer fiel, weitergeführt. - 1992 feierte der DWZRV sein 100jähriges Bestehen am 25./26. April im Hotel Residenzschloss Bad Arolsen. Bad Arolsen ist die barocke Residenzstadt im Waldeckerland in Hessen.
Ruth Kasimir
Die Romanows
Wer sie waren, wo sie lebten und etwas Barsoi
Es gibt wohl kaum jemanden, der diesen Namen noch nie hörte: „Iwan der Schreckliche“. Er, Ivan IV. (1530-1584), war kein Romanow, aber der erste Herrscher der Moskowiter, der sich nicht zum Großfürsten, sondern zum Zaren krönen ließ.
Das Wort „Zar“, eine Ableitung von Cäsar, wurde im Sprachgebrauch der Russen und anderer orthodox-christlich slawischer Völker als gleichbedeutend mit Basileus verwendet, dem byzantinischen Wort für Kaiser. Es ist dem Machtstreben Iwans zuzuschreiben, sich diesen Titel zuzulegen und man kann daraus schlussfolgern, dass er sich selbst als Erbe von Rom und Byzanz gesehen hat. Das Wort Zar beinhaltete in Russland einen sehr umfassenden Herrschaftsanspruch. So wurde u.a. das byzantinische Wappentier, der doppelköpfige Adler, in das russische Staatswappen übernommen und Dokumente aus dieser Zeit belegen, das die irreale Auffassung, der Zar von Russland wäre ein tatsächlicher Nachfahre der römischen und byzantinischen Kaiser, im Lande verbreitet wurde. Gegenüber der gewaltsamen territorialen Expansion Iwans legten die folgenden Zaren jedenfalls mit anderen National Staaten im Großen und Ganzen einen eher vorsichtigen Realismus an den Tag. Sie blieben nur beim ererbten Titel und die Herrscher nannten sich weiterhin Zar. Der Thronfolger war der Zarewitsch und die weiteren Kinder der Zarenfamilie trugen den Titel Großfürst, später mit der offiziellen Anrede „Seine Kaiserliche Hoheit“ Nach einer kurzen Periode innerer politischen Unruhen, der sogenannten „ Zeit der Wirren“ nahm zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine neue Dynastie, die der Romanows unter dem Vorzeichen einer streng absolutistischen Herrschaft diesen von Ivan und seinen Vorgängern eingeschlagenen Kurs wieder auf.
Zur besonderen Orientierung werde ich nicht wie es sich eigentlich gehört, die Ahnenreihe der Romanows im Anhang bringen, sondern werde sie voranstellen.
- 1613-1645 Zar Michael Fedorowitsch (1596-1645)
- 1645-1676 Zar Alexey Michailowitsch (1629-1676)
- 1682-1689 Zar Ivan V. Mit Zar Peter I. (1666-1696)
- 1689-1725 Zar Peter I. (1672-1725)
- 1725-1727 Zarin Katharina I. (1684-1727)
- 1727-1730 Zarewitsch Peter II. (1706-1730)
- 1730-1740 Zarin Anna Iwanowna (1693-1740)
- 1741-1761 Zarin Elisabeth Petrowna (1709-1761)
- 1762 Zar Peter III. (1728-1762)
- 1762-1796 Zarin Katharina II. (1729-1796)
- 1796-1801 Zar Paul I. (1754-1801)
- 1801-1825 Zar Alexander I. (1777-1825)
- 1825-1855 Zar Nikolai I. (1796-1855)
- 1855-1881 Zar Alexander II. (1818-1881)
- 1881-1894 Zar Alexander III. (1845-1894)
- 1894-1917 Zar Nikolai II. (1868-1918)
Die Romanows waren ein russisches Bojarengeschlecht, das von 1613 an seit der Thronbesteigung Michael Fjodorowitsch, die russische Dynastie bildete. Dieses Geschlecht starb in direkter männlicher Linie mit Peter II. (1730) und in direkter weiblicher Linie mit Elisabeth (1762) aus. Zar Peter III. Herzog von Holstein-Gottorp und ein Neffe der Zarin Elisabeth gründete 1762 die Holstein-Gottorp-Romanow-Dynastie, die bis 1912 regierte.
Das Russische Reich welches sich über ein fast unvorstellbar großes Gebiet des Erdballs erstreckte und damals eine Vielfalt von Völkern in sich vereinte, ließ oft die Frage nach seinem Gesicht aufkommen. Ist es ein europäisches oder ein asiatisches? Gehört Russland zur westlichen Welt oder zur östlichen, zu allen beiden oder zu keiner? Diese Fragen kann und werde ich hier nicht erörtern und wir wissen alle um den Wandel der Geschichte und es ist auch die Zeit. Doch zurück ins alte Russland und zu den Romanows. Gegen ende des 17.Jahrhunderts bahnte sich unter der Herrschaft des Vaters von Peter dem Großen das allmähliche Eindringen westlicher Kultureinflüssen und Verhaltensformen in Teile der oft konfliktgeladenen Nachbarschaft zu Polen.
Die Geschichte der, ich möchte ich fast sagen, rücksichtlosen Europäisierung Russlands durch Peter I. zu Beginn des 18. Jahrhunderts ist bekannt genug und braucht nicht noch einmal aufgerollt zu werden. Das eindrucksvollste und auffälligste äußere Zeichen des neuen Europa-orientierten Russland war St. Petersburg. Die alte Hauptstadt Moskau behielt ihre Funktion im Hinblick auf zeremonielle Anlässe wie etwa die Krönung des Zaren bei. St. Petersburg wurde nach seiner Erbauung der Sitz des Hofes und administratives Zentrum des noch immer expandierenden Riesenreiches. Im Delta des mächtigen Newa-Stromes der sich als natürlicher Abfluss des Ladoga-Sees mit einem weitverzweigten Netz von Flussarmen in den Finnischen Meerbusen ergießt, gründete Peter i. im Jahre 1703 die neue Hauptstadt des Russischen Reiches und gab ihm den Namen St. Petersburg. In –und ausländische Architekten errichteten unter seiner unmittelbaren Beteiligung innerhalb von nur zwei Jahrzehnten eine Stadt, die ob ihre Größe, Schönheit und Glanz bereits die damaligen Zeitgenossen in Erstaunen versetzte und ihnen Hochachtung abverlangte. Riesige Wasserflächen, Flussarme und künstlich angelegte Kanäle prägten die Gestaltung der neuen Stadt, faszinierend und von einzigartigem Reiz noch in heutiger Zeit wenn man bedenkt, dass diese sich aus einem öden sumpfigen Gelände emporhebt. Die Schönheit dieser Stadt trug ihr mit Recht den Namen Venedig des Nordens ein. Die zukunftsträchtigen und ehrgeizigen Pläne Peters I. konnten allerdings erst nach 1709 im vollen Umfang verwirklich werden nachdem die russischen Truppen im Nordischen Krieg die Armee des schwedischen König Karl besiegt hatten. St. Peterburg, das spätere Petrograd dann Leningrad und heute wieder St. Petersburg war auch das Zentrum einer umfassenden und systematischen Wiederinbesitznahme des alten russischen oder wie es im Nowogoroder Grundbuch heißt. Nowogoroder Landes. Westlich und südlich der Hauptstadt entstanden zahlreiche Sommersitze des Zaren seiner Familienangehörigen und des Adels in deren Nähe sich später Siedlungen oder gar Städte entwickelten. Die im Folgenden heute weltberühmte Schlösser und Gärten wurden bereits zurzeit Peter I. im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts angelegt.
Strelna liegt 11 km westlich von St. Peterburg am Südufer des finnischen Meerbusens. Strelna ist eine der ältesten reussischen Siedlungen, das Dorf am Fluss Strelna am Meer „gelegen“ wie es im Nowogoroder Grundbuch heißt, gehörte zum Kipenski-Posten im Wotsker Gebiet von Groß- Nowgorod. Paläste und der Park gehörten Peter 1.der sie 1722 seiner Tochter schenkte.
Petrodworenz Ende des 17. Jahrhunderts hieß dieser Ort Peterhofer Niederung danach Petrodworenz ab 1715 Peterhof und nach 1945 wieder Petrodworenz . Der Ort liegt 29 km westlich von St. Petersburg am Südufer des finnischen Meerbusens und besteht heute aus der Stadt sowie sieben Parkanlagen mit einer Gesamtfläche von 1000 Hektar und über 200 Palästen und Pavillons.
Dazu gehören der Große Palast, der obere Park (15 ha), der untere Park (150ha) der Alexandrinische Park (150 ha), der untere Park (150 ha) mit Cottage, der Park Alexandria (115 ha), der Kolonisten-und Wiesenpark(450ha) und weitere Anlagen. Eine Aufzählung derer würde einfach ins Unendliche ausufern. Peter I. erwählte Peterhof zu seiner Sommerresidenz. Nach seinem Tod 1725 wurde sie als Denkmal der Dynastie Romamow erhalten, repräsentativ ausgebaut und nur für besondere Anlässe genutzt. Seine Nachfolger errichteten in unmittelbarer Nachbarschaft des oberen und unteren Parks ihre Sommerresidenz.
Oranienbaum wurde 1948 in Lomonossow umbenannt und liegt 41km westlich von St. Petersburg am Südufer des Finnischen Meerbusens. Peter I. übereignete dieses Land seinem Kanzler, dem Generalfeldmarschall Alexander Danilowitsch Menschikow. 1727 wurde es nach dessen Sturz der Admiralität zugesprochen. Großfürst Peter Fjodorowitsch, der spätere Zar Peter III., erhielt Oranienbaum anlässlich seiner Ernennung zum Zarewitsch von seiner Tante, der Zarin Elisabeth Petrowna, als Geschenk und nach dem Tode Peter III. erklärte seine Gattin, Katharina II., Oranienbaum zu ihren Sommersitz. Doch während ihrer langen Regierungszeit von 1762 bis 1796 weilte sie hier nur 55 Tage.
Puschkin ist nur 3 km von Pawlowsk entfernt. Ursprünglich hieß der Ort Saari Mois – das ist finnisch und bedeutet erhöhter Ort. Ab 1720 hieß es Saskoje Selo, wenig später Zarskoje Selo. Ab 1918 trug Puschkin den Namen Detskoje Selo („Kinderdorf“ und wurde als solches genutzt) und 1937 wurde es anlässlich des 100. Todestages des Dichters in Puschkin umbenannt.
Später entstanden die nicht weniger bekannten Sommerresidenzen.
Pawlowsk entwickelte sich aus einer Siedlung, die 1777 bis 1796 den Namen Pawlowskoje trug und liegt 25 km westlich von St. Petersburg. Ursprünglich befand sich hier eine schwedische Festung und das Gelände wurde zunächst vom Hof zur Jagd genutzt. Katharina II. schenkte diese Gemarkung 1777 ihrem Sohn, dem Thronfolger Pawel, seit 1796 Zar Paul I. zur Anlage eines Sommersitzes, den er bis zu seiner Ermordung 1801 zeitweise bewohnte. Danach wurden Palast und Park nicht mehr wohnlich genutzt, jedoch ausgebaut und weiter unterhalten.
Und Gatschina, das alte, bereits in der Nowgoroder Chronik erwähnte „Chodschina“ liegt in einer weiten sumpfigen Niederung, 45 km südwestlich von St. Petersburg gelegen, lässt die Stadt und der Park (617 ha) mit dem Großen Palast heute verlorenen Glanz nur noch mühsam erkennen.
Doch unser eigentliches Barsoi Interesse gilt eben diesem Ort und daher möchte ich hier ein wenig länger verweilen. Peter I. machte die Gemarkung und das Dorf Gatschina seiner Schwester Natalja Alexejewna zum Geschenk, von der es später in das Eigentum des Leibarztes Peter I., Iwan Lawrentjewitsch Blumentrost, und danach in den Besitz von Nikolai Kurakin überging. Aus dieser Zeit ist in Gatschina nichts erhalten geblieben. 1765 erwarb Katharina II. Gatschina und schenkte es dem Grafen Orlow. Unter seiner Herrschaft entstand hier ein repräsentativer Landsitz, gehörte Graf Orlow doch zu den einflussreichsten und wohlhabendsten russischen Adligen, mit prunkvollen Palästen in den großen Städten, mit fürstlichen Sommersitzen, riesigen Ländereien und vielen Leibeigenen, die nach „Seelen“ gezählt wurden…
Graf Grigori Grigorowitsch Orlow, der Favorit Katharinas II., ließ mit großem Aufwand befestigte Wege und künstliche Inseln anlegen und auch Teiche ausheben. Der Weiße und der schwarze See wurden von unterirdischen Quellen gespeist. Es entstand in diesem sumpfigen Gelände ein reizvoller, ausgedehnter Landschaftspark. Auch die nachfolgenden Besitzer setzten diese Aktivitäten fort. Breite Kanäle verbanden die Teiche, von schön geschwungenen Brücken überspannt und es entstanden lauschige Ecken mit Gartenplastiken. Nach dem Tode Orlows im Jahre 1783 kaufte Katharine II. den neu entstandenen Landsitz zurück und schenkte ihn ihrem Sohn, dem Großfürsten Pawel Fjodorowitsch (wie Pawlowsk!)
Von 1783 bis 1801 diente dieses Anwesen als Residenz ein und derselben Persönlichkeit:
1783-1796 dem Großfürsten und von 1796 bis 1801 dem Zaren Paul I., erst wieder von 1881 an wurde Gatschina die ständige Residenz Alexanders III. bis zu seinem Tode.
Mit der Inbesitznahme des Geschenkes seiner Mutter, begann für Gatschina durch den Großfürsten Pawel Fjodorowitsch eine sich von den vorhergesehenen grundsätzlich unterscheidende Etappe. Pawel Fjodorowitsch, dessen Mutter Katharina II., ihn vom Hofe fernhielt, der sich aber auch selbst gegen den ihn feindlich gesinnten Hof in St. Petersburg und Zarskoje Selo abschirmen wollte, ließ militärische Anlagen, wie Kasernen für die „Gatschiner Truppen“ (Kern der russischen Armee nach seiner Thronbesteigung, zu der auch das Dorf Gatschina das Stadtrecht bekam), sowie eine Reihe von Vorwerken errichten. Vor dem Palast entstanden mit Kanonen versehene Bastionen, ergänzt von tiefen, mit Zugbrücken überspannten und mit Wasser gefüllten Gräben. Die grüne Rasenfläche vor dem Palast ließ der Zar mit einer Sandschicht bedecken und in einen Exerzier- und Paradeplatz verwandeln. Im Park entstand die Admiralität mit einer Schiffswerft, auf der kanonenbestückte Boote für militärische Marinemanöver auf den zahlreichen Teichen im Park bebaut wurden. Der italienische Architekt Brenna erweiterte den Palast zu einer repräsentativen Anlage, in der prunkvolle Hofzeremonien stattfanden. Von 1801 an, nachdem gewaltsamen Tode des ungeliebten Zaren, stand der Palast jahrzehntelang leer und der Park verwucherte. Erst 1844 bis 1851 fanden dann letztmalig am Palast Umbauten statt und Gatschina wurde unter dem Zaren Nikolai I. als Stabsquartier für die jährlichen Herbstmanöver genutzt. Später, und auch dann nur selten, war seine Nutzung die eines Jagdschlosses und erst ab 1881 wurde es die ständige Residenz Alexander III., wo er aus Angst vor weiteren Attentaten streng abgeschirmt bis zu seinem Tode 1894 lebte.
Das letzte historische Ereignis erlebte Gatschina mit der dortigen Unterzeichnung der Abdankungsurkunde des letzten russischen Zaren Nikolai II. und damit den Niedergang der Romanows.
Zar Nikolaus I., der Vater des Zarewitsch Alexander Nikolaijewitsch und späteren Zaren Alexander II. und des und wohlbekannten Großfürsten Nikolai Nikolaijewitsch, hat seinen Jagdleidenschaft den Söhnen in geteilter Form vererbt. War es nun wirklich eine gegensätzliche Mentalität der beiden Brüder oder war es die Verantwortung des Standes? Diese Frage wird uns wohl heute kaum noch jemand beantworten können. Denn in dieser Zeit, die von den europäischen freiheitlichen Reformen geprägt war, konnte sich auch der Zar nicht verschließen und somit galt die Windhund Jagd als ein verabscheuungswürdig, mittelalterliches Relikt. Daher mussten die Jäger, die über Generation hinweg mit der Barsoi Jagd verbunden waren, so manchen nicht nur verbalen Kampf führen um ihrer Leidenschaft nachgehen zu können. So fühlten sich die Jäger genötigt zu betonen dass sie den Wolf im Interesse der Allgemeinheit jagten. Auch der Fuchs, der Schrecken der Geflügelhalter und der Hase der Gemüse- und Obstgärten bedrohte, wurden als Schädlinge klassifiziert und alles Tun der Jagd war gerechtfertigt. Nicht ganz von ungefähr nannte sich die damalige Jagdgesellschaft „Kaiserliche Gesellschaft zur Vermehrung nützlicher, zur Ausrottung schädlicher Tiere und zur Förderung regelrechter Jagd“. Ganz so fremd dürfte uns dieses Tun und Handeln in unserer heutigen Zeit gar nicht sein! Der Großfürst Nikolai Nikolaijewitsch Romanow oder mit rechtmäßiger Anrede „ Seine Kaiserliche Hoheit“ war von frühester Jugend an ein leidenschaftlicher Jäger und schon im Peterhof auf der Sommerresidenz seines Vaters des Zaren Nikolaus I. besaß er seine eigene zur Flintenjagd abgerichtete Parforcemeute. Sein erster Barsoi war aus der Jagd Wojekoffs, der schwarzscheckige „Udar“ den Drijanki im seinem Werk Aufzeichnungen eines Jägers beschrieben hat. Die Barsoijagd um St. Petersburg weckte wegen des sumpfigen und mit großen Steinen bedeckten Bodens kein großes Interesse. Trotz seiner Jagdleidenschaft war für den Großfürsten der Aufenthalt in St. Petersburg eine Standesverpflichtung und es ist für uns heute nicht mehr nachvollziehbar, warum gerade einer der letzten Repräsentativbauten die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in St. Petersburg errichtet wurden der Palast des Großfürsten Nikolai am Newa-Ufer der Metropole war in dem er nach der Fertigstellung residierte. Dieses Palais war in sowjetischer Zeit der Palast der Arbeit. Das Aufgabengebiet des Großfürsten lag bis ins Alter hauptsächlich auf militärischer Ebene doch die Jagdleidenschaft gehörte, wie wohl bei allen Russen seines Standes zu seinem Leben. Neben seinen Parforcehundemeuten hielt er sich Barsoikoppeln verschiedener Abstammung zur Frönung seiner Jagdleidenschaft, die in vielen bekannten Jagden oder besser gesagt, auf den Gütern des hohen Adels untergebracht waren. Die weiten Felder Mittelrußlands, dieses wildreiche Steppenland waren wie geschaffen für die Jagd mit den Windhunden. Sie zu beschreiben, hieße in unseren Kreisen Eule nach Athen tragen. Dieser Lebenswandel änderte sich ganz abrupt als der Bruder des Großfürsten Zar Alexander 2. Einem Attentat zum Opfer fiel und er 1884 zum Kommandeur des Leibhusarenregimentes seines Neffen, Zar Alexander der dritte berufen wurde und sich von all seinen Jagdhunden, bis auf eine Barsoi Koppel, trennen musste. Erst als es sich abzeichnete, dass er seinen Dienst quintieren konnte kaufte er 1887 schon selbst „in den besten Jahren die Domäne Perchino, die er ausbaute und die für uns zur eigentlichen Wiege der neuen Barsoi Zucht wurde.
Wittenberg, im Oktober 1996
Meine private Chronik
- 2007 - Das Jahr war ein voller Erfolg – Gruschinka erreichte den Hessen Thüringen Cup Sieg, welcher in der Landesgruppe Hessen Thüringen im DWZRV ausgetragen wird. Auch machten Chan und Gruschinka die Coursing Lizenz. Gruschinka konnte mehrere BOB -, CAC- und VDH- Siege ihr eigen nennen.
- 2005 - Abalessa schafte in 2005 den Titel Veteranen Champion. Sie ist somit die 1. Azawakh Hündin und auch der erste Azawakh der dieses Championat im VDH erreichte. Auch Chan war in dem Jahr sehr Erfolgreich. Durch seine Siege erreichte er den Titel 1. Barsoi Jugendchampion VDH und Europajugendsieger 2005.
- 2004 - Juli aus der Zuchtstätte Zarownik kommt die Hündin Gruschinka geb. 11.04.04 in meinem Besitz und Eigentum. Seit Mai ist aus der Zuchtstätte von der Beresina der Rüden Chan geb. 06.03.04 in meinem Eigentum.
- 2002 - September Übernahme von der Azawakh Hündin Abalessa Kel Air 7 Jährig.
- 2001 - HASARDEUR Asslana, Adonis, Ambrosia, Aholala und Liyat im DWZRV sehr erfolgreich. Asslana, Adonis und Liyat waren die einigsten Hunde die im Jagdcup, Südcup und Nordcup in 2001 unter den erstplatzierten waren und somit als einzige Hunde an allen Cups Teilnahmen und in die Wertung kamen.
- 1999 - November: Azawakh Rüde Liyat wird zwei Tage bevor er ins Tierheim soll von mir geholt. Hasardeur A-Wurf geboren am 30.01.
- 1993 - Q-Wurf von Bergedorf geboren am 20.01. Mitglied im DWZRV geworden.
- 1992 - Im Herbst erstmals bei Hassia in Volkmarsen am Coursing Teilgenommen
- 1991 - Khayif Barafala Kailu (Saluki) erstmalig in der Jüngstenklasse beim DWZRV Ausgestellt.
- 1989 - Nightwind Dreams Come true und Delight Chumbala Kimba geboren am 01.06.
- 1987- März die Afghanen Hündin Nightwind Chum Baba geb. 13.10.1986 kam zu mir. Im Mai zog Nightwind Chablis auch zu meinen Eltern und mir.
- 1985 - erste Ausstellung mit Yorkshire-Terrier
- 1980 - Januar Mohrchen, mein Pudel muss eigeschläfert werden, April Didi von Gut Teufelsmühle, ein Yorkshire Terrier Rüde zieht bei uns ein



