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Lesenswertes

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Windhund Al Hara´s Liyat

von Sabine Skibitzki

LIYAT – Ein Hundeleben

Im November 1999, bei einem Telefonat mit einem Bekannten erfuhr ich, das ein Azawakh Rüde, grade 2 Jahre alt, einen Platz braucht bis er ein neues zu Hause hat. Es war nicht im Gespräch das ich Ihn nehmen oder gar behalten sollte, sondern eigentlich nur Bilder machen um den Hund zu vermitteln. Bei der Absprache wegen eines Termins mit dem damaligen Besitzer des Hundes sage dieser mir dass er Übermorgen weg müsse oder er kommt ins Tierheim. So kam es das Liyat von mir noch am selben Abend geholt wurde. Er war Fremden gegenüber sehr zurückhaltend und ließ sich von mir nicht anpacken. Wir gingen nachts gegen 22 Uhr eine halbe Stunde durch Schneesturm und dann ließ ich ihn mir ins Auto setzen.  Als ich dann mit Ihm gegen 1.00 Uhr bei uns ankam gingen wir sofort schlafen und als ich morgens gegen 4.00 Uhr mit bekam wie Liyat die Treppe nach unten ging, dachte ich nur, der geht nach unten und legt sich auf die Couch, was soll schon passieren?!-  Gegen kurz vor sieben Morgens, als ich langsam wach wurde, kam es mir irgendwie ruhig vor. Die Treppe nach unten gehend erschrak ich – DIE HAUSTÜR STAND SPERRANGELWEIT OFFEN – und Liyat war weg.

Zu erst rief ich meinen Lebensgefährten Dirk an, dieser war noch am arbeiten und würde erst gegen 11.00 Uhr kommen, er hatte Nachtdienst. Dann die Polizei, ja und dann war guter Rat teuer – in welche Richtung war Liyat gelaufen?- Gegen 8.00 Uhr ein Anruf von der Polizei Liyat sei gesehen worden, von einem Busfahrer, auf einer Bundesstraße, schön rechts laufend, ca. 15 Km weit weg. Ab ins Auto hin – ich fand Ihn nicht. Also zurück nach Hause. Telefonbuch raus die umliegenden Polizeistationen, Tierheim und Zeitung (Vermisstenanzeige) angerufen. Mittlerweile war Dirk eingetroffen, wir fuhren zusammen los, wussten zwar nicht in welche Richtung wir suchen sollten, aber egal -  besser als rumsitzen. Dann auf einem Feld sahen wir etwas Rotes, es war nicht Liyat, es war ein Fuchs. Wir fuhren zurück, mittlerweile war es nach 14 Uhr, wieder ein Anruf von der Polizei. Er ist gesehen worden, gar nicht weit weg von unserem Haus, ca. 4 km im nächsten Dorf. Ich fuhr alleine los und fand ihn nicht. Bis mir ein Passant sagte, den ich fragte, dass er ihn gesehen hat. Also wieder zurück. Liyat lief schön auf der linken Bürgersteigseite als ob ihn jemand an der Leine führte. Ich ließ das Auto mitten auf der Straße stehen, stieg aus und versuchte ihn dazu zu bewegen, zu mir zu kommen. Er blieb zwar stehen, machte auch den Eindruck, dass er mich kannte, aber kam nicht. Mittlerweile war Dirk eingetroffen, um mir zu helfen. Ich schaffte es Liyat am Halsband, was er zum Glück nicht verloren hatte, zu packen. Wir setzten ihn in Auto und fuhren nach Hause. Dirk legte sich hin, da er abends wieder los musste, und Liyat hatte nichts Besseres zu tun, als ihm die Decke und das Kopfkissen zu klauen, so kam es, dass er dann doch blieb. Er machte die Coursing Lizenz und ich stellte Ihn in Hünstetten aus.

Bis zum Januar 2002 da kam Liyat zu einem jungen Mann, bei dem er bis Mitte Dezember 2007 wohnte.

Es war Mittwochabend der 19.12.2007 eigentlich wollte ich den Computer herunter fahren und nach Hause zu meinen Hunden, doch ein Mausklick zu viel und ich war auf der Seite von Windhundhilfe. Was ich dann unter News fand, war für mich kaum zu glauben. Liyat war zu vermitteln bzw. hatte schon ein neues Zuhause in Aussicht. Es war zu spät um dort anzurufen, deshalb rief ich am nächsten Morgen an. Es folgten ein paar Telefonate und am Freitagabend gegen 22 Uhr stand fest, dass ich Liyat zu seinem neuen Zuhause bringen würde. Am Samstagmorgen, 22. Dezember wurde dann telefonisch geklärt, wie wir es am Besten hinkriegen würden. Von Volkmarsen nach Stuttgart zu fahren, um dann nach Güstow zu fahren und wieder zurück nach Volkmarsen, war etwas viel. Die Überlegung erst nach Weihnachten zu fahren strichen wir auch und Samstagmittag stand fest, Liyat wird mir bis zur Raststätte Wetterau bei Frankfurt gebracht.

23. Dezember 7 Uhr morgens, ich fahre in Volkmarsen los und bin gegen 9 Uhr an der Raststätte Wetterau. Um 9.20 Uhr kommt Liyat, er braucht ein paar Minuten um mich zu erkennen und freut sich dann riesig, obwohl ich mittlerweile nicht mehr das Auto von 2002 hatte, sprang er anstandslos in meinen Vito. Ich übernahm Futter und Papiere, bedankte mich bei dem Fahrer, der mir Liyat von Stuttgart nach Wetterau brachte, verabschiedete mich und fuhr los. Liyat hatte sich hingelegt und schlief. Auf der A7 Höhe Seesen hatten wir dann Schneeregen, sodass man nicht schneller als 60 fahren konnte. Bei Hannover hatten wir dichteren Verkehr, aber zum Glück Plus-Temperaturen. Bei Hamburg fuhr ich auf die A 24.  Gegen 14.30 Uhr  waren wir bei der Raststätte Wittenburg. Das Auto brauchte Diesel, Liyat machte zwar nicht den Anstand, ich dachte aber er müsste mal, sich die Beine vertreten und ich auch. Von da aus rief ich bei den neuen Frauchen und Herrchen von Liyat an, dass ich noch ca. eine Stunde bräuchte bis zu ihnen. Als ich ankam gingen wir mit allen Hunden spazieren und dann ins Haus. Lange aufhalten konnte ich mich nicht – ich musste zurück – holte Liyats Sachen rein und wusste dass er dort gut aufgehoben ist. Als ich dann gehen wollte, wollte er mit – das neue Herrchen lenkte Ihn mit was Leckerem  ab und ich verschwand.

Grade 20 km vom neuen Zuhause von Liyat weg, ich hätte noch umkehren können, rief ich an – es war alles in Ordnung. Kurz danach rief eine Freundin an  - „Wo bist Du, du wolltest dich doch melden, das Wetter um Kassel rum ist katastrophal.“

Dann der nächste Anruf, mit Patricia -  „Danke Patricia“, du warst auf der Rückfahrt Gold wert.
20.30 Uhr ich bin kurz vor Hannover, bekomme ich die Nachricht, zwischen Hildesheim und Seesen 50 km Schneeverwehung, schlechte Fahrverhältnisse. Eigentlich sind es nur noch zwei Stunden bis Volkmarsen, bei guten Wetterverhältnissen. Ich komme gegen 23.55 Uhr nach 17 Stunden und 1.390 km an.
24. Dezember Ich telefoniere mit den neuen Besitzern von Liyat – es ist alles in Ordnung. Die Türklinken sind so, dass Liyat sie nicht öffnen kann.
Er lebte sich wunderbar ein und alles schien in Ordnung, bis zum Morgen des 22. Februar 2008. Ich erfahre, dass Liyat Knochenkrebs hat.

 

Sabine Skibitzki